Riposto, Messina, Gioia Tauro

Riposto - Messina

Am Morgen nach dem Frühstück (ich wurde für die gesamte Reise als Semmelservice bestimmt) machten wir die Yacht klar zum auslaufen und der Törn konnte beginnen. Als Ziel haben wir uns Messina gesteckt.
Um noch einen Überblick zu geben habe ich die gesamte Route dargestellt.

Wir waren auf den Spuren von Odysseus. Im Internet ist eine interessante Darstellung über die Reise vom Odysseus und den Wahrheitsgehalt seiner Erzählung.

Und so erzählte ich "...seufzend fuhren wir so hinein in die Enge des Meeres. Hier die Skylla, und drüben schlürft die hehre Charybdis Fürchterlich gurgelnd ein das salzige Wasser des Meeres. Sie sie es wieder heraus, wie ein Kessel auf heftigem Feuer. Brauste es dann empor in brodelndem Strudeln, und hochauf Spritzte der Schaum und bedeckte auf beiden Felsen die Spitzen."

Die Damen an Bord bekamen es dann doch mit der Angst zu tun.... wie man auf dem Foto erkennen kann (oder auch nicht).



Imponiert hat uns Taormina. Auch hier ist eine Verbindung zu Odysseus herzustellen. Seine Mannen schlachteten einen heiligen Stier und kamen um. Wir segelten vorsichtshalber vorbei.

Leider mussten wir den ganzen Tag motoren. Wir hatten keinen Wind.

Am Abend erreichten wir Messina. Hier erlebten wir doch noch Skylla und Charybdis. Das Wasser brodelte und große Strudel bildeten sich. Für uns war Odysseus zum Greifen nahe.

Das Anlegemanöfer durfte ich fahren. Wir mussten in einem engen Hafen mit Bug voraus anlegen. Mit vereinten Kräften gelang es.

Nicht weit von uns lag das 6. größte Kreuzfahrtschiff.

Die Marina war die schlechteste und teuerste des Törns. Uns wurden 80 Euro für wackelige Schwimmstege ohne jeden Schutz und ohne anständige Sanitäreinrichtung abgenommen. Die Marina können wir jedenfalls nicht empfehlen.


 

Messina - Gioia Tauro

Am nächsten Morgen war Wind und so wollten wir früh los. Den Kurs mussten wir in der morgentlichen Besprächung nochmals ändern. Aufgrund schlechter Vorhersagen für die nächste Nacht können wir nicht vor Stromboli Ankern. Als Alternative war die sichere Marina Gioia Tauro ausgesucht worden.

Die ersten Seemeilen durch die Straße von Messina war von sehr starken, böigen Wind geprägt. Auch der starkte Schiffsverkehr erforderte die Aufmerksamkeit.
Mit gutem halbwindkurs ging es an der Nordküste Kalabriens entlang.



Am Nachmittag erreichten wir die Marina Gioia Tauro (WP 38° 26,66 N 015° 53,32 E). Im Küstenhandbuch steht "Das die ehemaligen fruchtbaren Orangen- und Olivenhaine angeblich in einem Erdbeben gefährdeten Gebiet lagen und für einen 50 qkm großen Industriepark geopfert werden mussten, hat wohl mehr mit der Mafia und dem Interesse der ehemaligen Christdemokratischen Partei zu tun als mit der Notwendigkeit, einem großen Containerhafen anzulegen. Nun steht diese Kathedrale der Wüste seit Jahren verlassen herum, und in jüngster Zeit hat Europas größter Containerhafen ein paar Schiffe zu Besuch gehabt.

Nichts desto trotz, der Hafen ist sehr sicher und bestens bewacht.

Wir legten neben der Hafenfeuerwehr vor Buganker an. Der Grund hielt gut und obwohl in der Nacht Starkwind aufkam, lagen wir gut geschützt und völlig sicher in der Marina.

Die Anmeldung in der streng bewachten Carabineri-Station war einmalig. Nach einem einstündigen Verhör und einem Papier mit sieben Unterschrifen - war die Nacht kostenlos.



Am späten Nachmittag kamen Fischer zurück. Wir konnten günstig Fisch und Meeresfrüchte direkt vom Boot kaufen. Die sehr freundlichen Fischer haben uns sogar eine große Tüte Fisch noch geschenkt.

Zum Semmeldienst wurde ich wieder bestimmt. Meine Joggingstrecke an diesem Abend waren 10 km.



Frisch gepullte Garnelen, fangfrischer Fisch, es war ein Festessen an Bord.


(C) 2010 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken